Mittwoch, 20. April 2011

Die Pyramide der Anbetung

Die Unterschicht betet die Nation an, die Mittelschicht betet das Auto an, und die Oberschicht betet den Supraleiter an.
Das Goldene Kalb der Oberschicht samt ihrer Leit- und Massenmedien ist die supraleitend-eisgekühlte Welt-Antenne, die sie zentrifugal mit den Gedanken all jener versorgt, für die sie auf Kohärenz getrimmt wurde - egal wo auf der Welt die mit den speziellen Antennen kohärierenden Zielpersonen / Beute sich aufhalten, denn die Gesetze der Quantenphysik kennen keine Orte - nur Eigenschaften.

Dienstag, 19. April 2011

"Kubaner sind die besten / grössten Kulissenschieber der Welt"

sagt der kubanische Schauspieler Wladimir Cruz in seiner Rolle als kubanischer Theater-Requisiteur in einem Spielfilm, inmitten der üblichen Revolutions-Devotionalen und sozialistischen Parolen an Wänden und Möbeln. Woher auch soll er die deutsche Kulissenschieberei kennen.
"Revolutionäre gehen nicht in Rente." sagte Fidel Castro einige Zeit bevor er vor fünf Jahren in Rente ging.

Samstag, 16. April 2011

FilmKritik: Der Maschinist

Das für mich Informativste und Aufschlussreichste des ganzen Films ist der Name des Protagonisten: Reznik. Der ähnelt und soll es wohl auch, dem englischen Begriff rezoning, der bedeutet: Bebauungsplanänderung; Änderung des Flächenwidmungs- und Bebauungsplanes. Mir scheint, das trifft es im übertragenen Sinn ziemlich genau.
Eigenartigerweise gibt es den Begriff weder im Online-Übersetzer leo noch bei babelfish. Lediglich lingo4you kann den Begriff übersetzen.

Donnerstag, 14. April 2011

Schwarm-Blödheit

Ich teile das Erschrecken der Bio-Ethikerin Christine von Weizsäcker. Sie berichtet von dem Versuch eines Neurophysiologen. Der nahm aus einem Fischschwarm einen Fisch heraus und durchtrennte ihm die Nervenleitungen zum Gehirn. So konnte der Fisch die Mitwelt nicht mehr wahrnehmen. Als der Forscher diesen hirnamputierten Fisch ins Wasser zurücksetzte, schwamm der wie wild im Zickzack hin und her. Und was geschah? Der gesamte Schwarm folgte ihm! Christine von Weizsäcker sagte dazu, manchmal habe sie den Eindruck, als würden wir wie hirnamputiert Befehlen folgen, ohne hinzuschauen, wer uns denn befiehlt, und was uns befohlen wird, und ob das für den Menschen gut ist. Quelle: Lob des Ungehorsams

Der Medien-Schwarm samt Anhang aus Polizei, Justiz, Medizin und Geheimdiensten ist für pro-Individuum-Argumente vollkommen unzugänglich.

Ohne zentralisierte Form der Oberaufsicht ist das Ganze also mehr als die Summe der Teile. Quelle: Kollektive Intelligenz

Neulich sah ich zufällig (darum leider nicht aufgezeichnet) im Programm des BR ein Experiment mit Fischen. Da wurde eine Fischattrappe aus Plastik oder Blech an einem Draht durchs Wasser eines Behälters bewegt, in dem sich ein einzelner Fisch ähnlicher Grösse aufhielt. Dieser lebende Fisch orientierte sich an der Attrappe und folgte dieser. Als man einen Schwarm dieser Fische ins Wasser setzte folgte der ganze Schwarm der Attrappe. Das Ganze war so verblüffend - obwohl sicherlich schonmal im BioUnterricht gesehen - dass man das kurze Video gerne nochmal sehen und zeigen würde. Eigenartiger Weise kann ich es auf YouTube nicht finden. Zu aufkärerisch und demaskierend für unsere heutige Zeit?

Samstag, 9. April 2011

Den Zuschauer einwickeln bis zur Bewegungslosigkeit



Das offenbar ist die primäre Aufgabe von Film und Fernsehen.

Freitag, 8. April 2011

Synchronisation als Bevormundung Betroffener und Zuschauer

Der Gipfel ist es wenn die Synchronstimme in den Nachrichten oder in Dokus über die Originalstimme gelegt wird, buchstäblich wie ein Vormund, so dass das Original nicht mehr verstanden werden kann, und die Synchronstimme auch noch versucht, die Stimmlage und die Stimmung der Betroffenen zu imitieren, und ganz bewusst dazu noch kommentierende Gefühlsfärbungen untermischt. Da klingt eine im Original nüchterne sachliche Beschreibung dann in deutscher Übersetzerstimme anklagend, vorwurfsvoll, oder ein verzweifelter Hilfe-Appell wird durch eine theatralische deutsche Synchronstimme zu Unernst entwertet, und hält somit die deutschen Zuschauer emotional auf Distanz zu den Menschen über die berichtet wird. So macht das deutsche Fernsehen aus Betroffenen Objekte und Marionetten, und aus den Zuschauern Mündel, denen die Betroffenen das sagen, was das Fernsehen rüberbringen will. Wir sollen gucken, und die Botschaft der Medien verstehen, aber nicht mitfühlen, wenn das Fernsehen es nicht will.

Beispiel: Amy Winehouse im ZDF-Kulturjournal Aspekte

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Man fasst sich an den Kopf: Da interviewt ein Kulturmagazin eine Frau, die mit ihrer Stimme berühmt geworden ist, und dann quatschen die ihr drüber, sodass man ihre Antwort nicht hören kann; versuchen sogar, ihren Tonfall zu imitieren. Anmassender, bevormundender, unverschämter geht es kaum. Und sowas nennt sich ein Kunst- und Kulturmagazin.
Entweder man will - ob als Sendungsmacher oder Zuschauer - "kein solches Wrack" wie Winehouse auf dem Bildschirm haben, dann können beide sie ignorieren, oder man will hören was sie zu sagen hat und wie sie es sagt.

Donnerstag, 7. April 2011

Schwachsinnig und teuer: Gebärdensprache im Fernsehen

Die Nachrichten von ARD und ZDF werden auf Phoenix auch in Gebärdensprache live von einem Menschen vorgetragen. Als ob dort nicht vorbereitete Texte vorgelesen werden, sondern spontan moderiert würde, und als ob Gehörlose Analphabeten seien, oder als ob Gebärdensprache international verstanden würde. Warum werden die Nachrichten nicht einfach untertitelt oder wenigstens die Gebärdensprache von einem Computer animierten Avatar vorgetragen? - das wäre billiger. Mit dem gesparten Geld für die echten Live-Dolmetscher könnte man dann auch weitere Sendungen untertiteln. Beim südkoreanischen Fernsehesender Arirang habe ich gesehen, dass man die Untertitel sogar - oh Wunder der Technik - verschieden-farbig machen kann (im deutschen TV noch nie gesehen), um sie unterschiedlichen Sprechern zuortbar zu machen. Weil die Untertitel im Bild störend sind, könnte man sie technisch per Fernbedienung zu- und abschaltbar machen. Aber ob man hier zu Lande technisch so weit gehen kann und möchte ist äusserst fraglich. In vielen Ländern gibt es eine gesetzliche Vorschrift, alle Sendungen zu untertiteln. Beim WDR, der unter den deutschen TV-Sendern wohl noch der fortschrittlichste und sozialste Big Brother ist, beträgt die Untertitel-Quote, lt. Wikipedia, rund 50%.

Meine FilmAnalyse: Hitchcocks "Die Vögel"














Übliche Interpretationen des Films meinen, die aggressiven Vögel würden die zurückschlagende Natur symbolisieren. Das passt nicht wirklich zur Handlung im Film und wohl auch nicht zur Person Hitchcock, und ich halte das mitlerweile für eine gezielten Versuch, von der wahren Bedeutung abzulenken.

Auf Grund dessen, dass Vögel auch eine Bezeichnung für Geheimdienste bzw Geheimagenten sind, kam mir erst kürzlich der Gedanke, dass sowohl das Buch als auch Film "Die Vögel" eine Allegorie auf ausser Rand und Band geratene, die Zivilbevölkerung permanent und bis in ihre Wohnungen hinein bedrohende Geheimdienste gemeint sein könnte. Hitchcocks Filmografie spricht dafür, dass Geheimdienste und Überwachung ihm wichtige Filmthemen waren. Also die Attacken der Vögel auf die Menschen symbolisch für zunehmend ausser Rand und Band geratene Geheimdienste, welche die Menschen überwachen, bedrängen, terrorisieren, zur Beute machen - und das schon mindestens seit den 50er, 60er Jahren. Die Autorin des Buches, das die Vorlage für den Film lieferte, Daphne du Maurier, war mit einem hochrangigen Militär verheiratet, sie verfügte also vermutlich über entsprechende Hintergrundinformationen.

Konkret zur Filmstory (den Film selbst habe ich das letzte Mal vor sehr langer Zeit gesehen, beziehe mich also auf meine vage Erinnerung und auf die Zusammenfassung bei Wikipedia):

Eine Frau will einen wohlhabenden Bekannten auf einer Insel besuchen und wird auf der Überfahrt von Vögeln attackiert. Tatsächlich scheint es so, dass die Geheimdienste überall dazwischengehen / ihre Finger drinhaben, wo und wenn normale Leute mit Geld-Leuten Kontakt aufnehmen wollen - die Geheimen wollen sich die lukrative Beute nicht von Anderen streitig machen lassen. Denn die Geheimen haben den totalen Überblick über die Vermögensverhältnisse jedes Bürgers, sowie wo und in welcher Form sie vorhanden sind. Man kontrolliert genau alle Geldströme, damit nur "definierte" Personen in definierter Weise über Geld, also Macht verfügen.

Andere Szene: Die Vögel haben einem Farmer die Augen ausgepickt. Wohl wenige haben einen so nüchternen Blick auf die Lage der Dinge, wie bodenständige, naturverbundene Leute, wie Farmer und andere "Leute vom Lande"; vielleicht weil sie, anders als viele andere Berufsgruppen (wie etwa Ärzte, Anwälte, Richter, Polizisten, Journalisten), nicht von Katastrophen und schlechten gesellschaftlichen Verhältnissen profitieren. Und Bauern / Farmer sind vielleicht nicht so leicht erpressbar wie andere Berufsgruppen, weil sie von der Natur leben und zur Not auch ohne Abnehmer / Kunden / die Gesellschaft überleben könnten. Also die Geheimdienste zerstören den nüchternen und unabhängigen Blick auf die Wirklichkeit und ihr Tun. Sie verbergen sich, und sie verhindern und verschleiern den nüchternen Blick auf die Geschehnisse in der Welt - unser Rundfunk und Fernsehen und die Politik sind Beleg dafür, wie die Öffentlichkeit systematisch dumm gehalten und verwirrt wird.

Andere Szene: Die Menschen verbarrikadieren sich in ihren Wohnungen und Häusern und sind dennoch nicht sicher vor den Vögeln, also nicht sicher vor den Zugriffen durch die Geheimdienste. Ich weiss nicht ob ich es überinterpretiere, aber dass die Vögel im Film auch durch den Kamin ins Haus dringen, diesen vielleicht sogar verstopfen, sodass die Menschen im Haus frieren, könnte eine Allegorie auf die hier schon mehrfach erwähnte Überwachungstechnik mittels eisgekühlter (supraleitender) Antennen sein. Also die Menschen sind selbst in ihren Häusern nicht sicher vor dem Zugriff der Geheimorganisationen, mittels super-sensibler Kälte-Antennen und anderen Überwachungstechnologien.

Hitchcock also als genial unterhaltsamer Warner vor der bedrohlichen Macht geheimer Organisationen. Deren Tentakeln reichen offenbar so weit, dass auch Lexika in ihren Film-Interpretationen von der wahren Bedeutung mancher Filme ablenken.







Freiheit für Bradley Manning!


Link: Link

Montag, 4. April 2011

Wie ein chinesischer Dissident

Nachdem ich mein Zwischenfazit über technisches Gedankenlesen mittels gekühlter Antennen hier gepostet hatte, inkl. Hinweis auf "Frost over the World", und abends nach Hause kam, fand ich eine kalte Heizung vor (da war es noch nicht so frühlingshaft warm wie jetzt), und auch das Warmwasser hatte man mir abgestellt (hingegen wenn ich hier blogge, mehr Geld für Hartz-4-Empfänger, kommt leider niemand und steckt ein Bündel Geldscheine in meinen Briefkasten). Auch hatte man einmal mehr während meiner Abwesenheit meine Wohnung betreten, aber erst vor paar Tagen wurde mir klar, dass es nicht nur eine blosse Machtdemonstration war, sondern man hat auch meinen noch recht jungen Kühlschrank kaputt gemacht.
Ich erkenne also erneut, wie in China darf man auch in diesem Land seine Meinung und sein Wissen frei äussern, man muss als Konsequenz nur damit rechnen, dass einem Besitz, Privatsphäre und Gesundheit abgenommen oder zerstört werden.

Freitag, 1. April 2011

Das Nicken der TalkShow-Gäste, und die Begeisterung der Konzertbesucher

In TalkShows sieht man ja immer wieder Kameraschnitte mit nickenden Mitgliedern der TalkRunde. Oberflächlich betrachtet sieht das so aus - und soll es wohl auch - als wäre es ein Nicken des Verstehens und der Zustimmung - man hört einander zu. Jeder Teilnehmer hat vor sich unterm Tisch einen Monitor im Blick, da kann er mitverfolgen, was auch der Zuschauer zu Hause zu sehen bekommt. Tatsächlich nicken die Diskutanden als Zeichen, dass sie mitbekommen haben und es akzeptieren, dass ihr Gesicht grade in Grossaufnahme gezeigt wird. Ganz selten mal sieht man jemanden Zeichen der Abwehr artikulierend, und sofort blendet die Kamera weg. Das Ganze dient offenbar der Möglichkeit, dass jene Mitglieder der Runde, die grade nicht sprechen, etwas machen können, was wir aus Übertragungen aus dem Bundestag kennen: mal wegträumen, mit dem Schlips spielen, in der Nase bohren, gähnen, angewiedert oder gelangweilt gucken, dreckig grinsen, usw. Weil solche Zeichen des Desinteresses und der Mis- oder Verachtung schnell auch den TV-Zuseher zu Undiszipliniertheiten verleiten könnten, werden sie von der Kamera konsequent gemieden - zum Vorteil auch der betreffenden Talk-Teilnehmer - eine Hand wäscht die andere.

Als es den SWF noch gab, war ich mal als Zuschauer bei zwei Aufzeichnungen von Rockkonzerten in Baden-Baden. Karten gab es nur durch Beziehungen, denn die Zuschauer kommen in Scharen, weil der Eintritt frei ist und es kostenlos Getränke gibt.
Schon die Choreografie ist raffiniert: Die Zuschauer werden aufgefordert, möglichst nahe an die Bühne zu kommen und diese dichten Reihen vorne an der Bühne werden von Scheinwerfern hell ausgeleuchtet, sind also gut zu sehen, jedoch nach weiter hinten, wo immer weniger Zuschauer stehen, strahlt man immer weniger Licht, um schliesslich dort, wo die leere Halle zu sehen wäre, alles dunkel zu lassen. Die Fernsehzuschauer sehen also dichte Publikumsreihen vorne und genauso weiter hinten im schwächeren Licht und denken linear weiter, dort wo es komplett dunkel ist, stehen sicher auch noch viele Leute, die sieht man nur nicht. Mittels geschicktem Einsatz von Licht und Dunkel und Kamerschnitten wird also der Eindruck von mehr Publikum erweckt, als tatsächlich da ist.

Auch zeigt man uns gerne begeisterte Konzertbesucher. Tatsächlich sucht sich der Kameramann auf der Publikumseite spezielle kleine Grüppchen - vielleicht sind das professionelle Cheerleader oder Animateure oder Angehörige von Mitarbeitern des Senders - die ziehen extra für die Kamera kurz eine gute-Laune-Show ab. Wenn man seinen Blick von der Jubelgruppe mal bewust wegreisst, erkennt man manchmal, dass um die Gruppe herum das Publikum gar nicht so eine gute Laune hat, ja teilweise sogar etwas verwundert auf solch ein eigenartiges Jubel-Grüppchen schaut.

Auch die Inszenierung der Musiker auf der Bühne ist interessant. Meist verharren die Begleitmusiker gelangweilt wirkend an einer Stelle auf der Bühne und bedienen professionell und emotionslos ihr Instrument, wie Mechaniker eine Maschine. Erst wenn ein Kameramann mit seiner Schulterkamera zu ihnen kommt werden sie wach und ziehen eine Gefühls-Show ab, so als würde jeder Ton in ihnen eine Extase auslösen. Kaum hat der Kameramann seine Aufnahmen im Kasten und verschwindet wieder, fallen die Begleitmusiker wieder in ihre gelangweilte Haltung zurück. Die einzigen die wirklich durchgehend die Wirbelwinde geben - ob echt oder gespielt - sind die Stars und Namensgeber ihrer Band.

"Religion ohne Humor ist gefährlich"

sagt WDR-Clown Jürgen Becker
"Ein mordender Clown"
sagt Jürgen Todenhöfer;
über den libyschen Muslim Gaddafi

Es ist paradox, wenn

in einer Wissensgesellschaft am Besten fährt, wer sich dumm stellt.
Oder anders gesagt: Orwellscher Neusprech ist, wenn eine systematische Verdummungsrepublik sich selbst als Wissensgesellschaft bezeichnet.

Als letzter spricht Gaddafi

Kurzer Aussschnitt aus Gaddafis Rede vor einigen Wochen: Erst spricht sein Souffleur ihm so laut ins Ohr, dass auch der Fernsehzuschauer es mitbekommt (Lautstärke hoch drehen), dann übersetzt der Translator von Al Jazeera für die Zuschauer den Souffleur vom Arabischen ins Englische, und als letzter spricht dann Gaddafi.

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