Donnerstag, 17. Dezember 2015

Das Radio hat gesagt, in der Zeitung steht, daß die EU meint ...Wenn das Radio Zeitung liest

Gefühlt immer häufiger bezieht sich das GEZ-Fernsehen oder -Radio als Quelle auf Zeitungs-Meldungen oder andere Medien. Etwa heute meldeten die Radio-Nachrichten des Hessischen Rundfunks, daß laut BILD-Zeitung die Zahl der Flüchtlinge auf die Hälfte zurück gegangen sei, wobei sich BILD auf Erhebungen der EU in Brüssel bezogen habe. Kann der HR (Mitglied der jedes Jahr Milliarden Euro Gebührengelder bekommenden ARD) nicht selber zB auf der Website der EU-Verwaltuing in Brüssel nachsehen? Immer wieder beziehen sich die einen großen Leit- und Massen-Medien auf Meldungen anderer großer Medien, so als ob es keinen großen zentralen Mediendienst gibt, der alle Medien zentral versorgt bzw aus dem sich alle bedienen, auch die zitierten Medien; und als ob man nicht selber auch direkt bei den Primärquellen nachsehen oder nachfragen kann. Was ist der Sinn hinter dieser Publikumstäuschung? Einerseits entsteht durch diese Praxis der Eindruck eines Inselcharakters der einzelnen Medien, so als würden die Verantwortlichen im Radio und TV selbst noch zur Zeitung greifen, um sich auf dem Laufenden zu halten. Und auf diese Art kann man die zitierten Medien aufwerten. Im o.g. Fall wird die BILD aufgewertet, insbesondere weil sie in der Flüchtlingsproblematik einen schlechten Ruf hat. Der Medienzirkus spielt sich gegenseitig Bälle zu, wertet sich gegenseitig auf und gibt dem Publikum in der Mitte, daß den Flug der Bälle beobachtet das Gefühl es mit voneinander unabhängigen kleinen Medienbetrieben zu tun zu haben. Damit wird der Zentralismus und der totale Überwachungs- und Zugriffs-Charakter der Medien verschleiert. Das ist gezielte Publikumstäuschung, und zur Ablenkung und als Trost gibt's kleine Leckereien in Form von Verbraucherratgebern, Warentests, KochShows und unterhaltsamen Polit-TalkShows.